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Archive for the ‘Lifestyle’ Category

Eigentlich wollte ich schon letztes Jahr darüber berichten, aber dann ist soviel dazwischen gekommen, dass ich es bis jetzt aufgeschoben habe:

Mein Besuch bei der Tokyo Design Festa im November 2012, Tokyo Big Sight!

Das ist eine riesige Messe / Kunstausstellung oder auch auf Cool-Deutsch: Event. Es ist von allem etwas vorbei. 2x Jährlich also wird die Design Festa für 2 Tage für Kleinkünstler und die, die es mal werden wollen (so wie ich), abgehalten. Es wird einfach gemalt und ausgestellt um der Welt zu zeigen „Hier bin ich!“ – aber auch verkauft wie wild.

Heute nehm‘ ich euch also auf einen kleinen Rundgang mit.

Festhalten – es könnte bunt werden!!

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Ich hatte im oberen der beiden Ausstellungsflächen begonnen. Dort steppte mir gleich ein Fuchs entgegen.
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Ich wünschte ich könnte so malen:
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Ich finde es schön, dass es hier wenigstens keinen Rassismus gibt. Wenn sich Pferde als Aussteller anmelden, dann wird das mitunter auch genehmigt..
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Die besten Verkaufsstrategien in Japan: Auf dem Handy rumtippen und den potenziellen Kunden ignorieren oder total verängstigte Künstler, die fast daran zerbrechen, wenn jemand näher an den Stand herantritt. So wird das aber nichts ihr lieben!!
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Hier ein positives Exemplar von aufgeschlossener Kundenfreundlichkeit. Da bleibt man gern mal eine Sekunde stehen und schiesst ein Foto.
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Einer meiner Favoriten des Tages ist diese süße Dame, die so perfekte und niedliche Filzfiguren zaubert, wie ich sie noch nicht gesehen hab!
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Na ihr hübschen!
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„Ich will nicht mit meiner Kunst gesehen werden!“ (Das habe ich mir ausgedacht..)
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Es gibt wirklich nichts was es nicht gibt, auf der Design Festa.
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Hier hätte ich dann am liebsten schon zugeschlagen:
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Live wurde auch an 3 Ständen diese nette japanische Fesseltechnik vorgeführt, die man sonst nur aus den etwas heftigeren Erwachsenenfilmen kennt..
Gegen Bezahlung konnte man sich vor allen Leuten also festzurren lassen. Wer’s mag.
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Die großen Live-Painting Wände sind wirklich Wahnsinn. Ich könnte nie so groß zeichnen.
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Besonders angetan war ich von dieser Taschenkunst. Ein junger Mann näht aus robustem Stoff und Leder kleine Bootförmige Taschen. Total super!
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Wo ist der Standbesitzer eigentlich?
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Nein, die sind es nicht…
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Am Ende wird man echt müde, weil man Stundenlang konstant soviel auf die Augen bekommt, dass man gar nicht mehr weiss, wo man als erstes hinschauen soll.
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Auch bin ich ein kleiner Fan von dieser Künstlerin geworden (die leider auch nicht aufs Bild wollte):
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Und diese Filzfiguren waren einfach zu überperfekt. Ich bin fast umgefallen!
Wenn ich mal mehr Geld habe, werde ich es hier investieren. (Ein bisschen.)
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Cuteness overload!! Der Pinguin, die Miez. Aaaah!
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Und ich habe noch jemanden gefunden, der gern bemalte Schuhe trägt. Ob sie diese selbst designed hat?!
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In der Show Area schwang eine Frau den Besen..ähm.. ich meine den Pinsel natürlich.
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So viele Meeeeenschen.
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Jetzt ist es raus: Künstler ernähren sich also schlecht.
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Alle unter 18 Jahren jetzt mal kurz weggucken. Upsiiii!
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Weiter geht’s mit harmlosen Miezekatzen.
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War ich nach Stunden auf den Beinen auch: Fuckin‘ Sleepy!
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Als ich um 18:11 Uhr dann von einem Automaten bedroht wurde, reichte es mir und ich trat den Weg nach Hause an.
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So wie der gelbe Kondommann.
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Was gefiel euch eigentlich am Besten von den Kunstwerken / Produkten?

Und hier nun die Auflösung, warum ich eigentlich in letzter Zeit so irre unter Strom stehe und jede freie Minute arbeite:

Ihr ahnt es sicher schon.

Ich selbst habe in letzter Sekunde einen Standplatz ergattert und werde am 18./19. Mai 2013 selbst dort ausstellen und verkaufen. Wer also in Tokyo ist, kann mich gern dort besuchen kommen. Eintritt pro Tag ist 800 JPY im Vorverkauf oder 1000 JPY beim Einlass direkt. Für beide Tage gibt es Rabatt..

Und weil das ganze schon bald ist und ich wegen Hochzeit etc. nicht früher mit der Planung anfangen konnte, bin ich gerade am rotieren und bekomme langsam Panik, weil ich noch kaum etwas zum verkaufen habe. Ich male, bastle und designe also in jeder freien Minute an Handy Covern, Visitenkarten, T-Shirt Design und Co.

Meine erste selbst-gehostete Webseite ist auch fast fertig – in ein paar Tagen werde ich 3-sprachig online gehen mit Blog, Galerie und meinem eigenen Online Shop. Das ganze hat auch irre Zeit gekostet, weil ich wie ein Blinder ohne Krückstock mich mit HTML uns CSS Codes herumschlagen (und Freunde um Hilfe anbetteln) musste. Erwartet also nicht zuviel.

Ab April werde ich aber weniger in meinem Hauptberuf arbeiten, sozusagen nur noch Teilzeit (4x die Woche) und somit etwas mehr Zeit für mich und mein Gebastel haben. Natürlich daher auch weniger Geld, deshalb bin ich über jede noch so kleine Unterstützung in Sachen Mundpropaganda etc. dankbar, um mehr und mehr Leute zu erreichen.

Hoffentlich habe ich auch wieder mehr Zeit zum bloggen – also vor allem nach der Ausstellung denke ich. Mir fehlen die ausgedehnten Spaziergänge zu zweit. Meine Kamera und ich. Hahah. Und etwas Zeit mit meinem Mann natürlich auch.

Ach und da ist noch ein Kleinigkeit.

Da ich jetzt 25 Jahre alt geworden bin und mit großen Schritten dem Altsein entgegen sprinte, musste ich jetzt nochmal richtig aufdrehen und meine Haare färben. Ganz nach dem Motto: Wenn nicht jetzt, dann mach ich’s nie! Oder auf englisch: YOLO – You only live once! habe ich mir die Haare diesmal komplett bleichen und dann färben lassen. In Pastell-lila.

Und in Japan, wo Haarfarben ausser der Norm schwer verpönt sind (ich rede hier von ausserhalb der Harajuku-Gefilde) ist das nochmal doppelt so witzig wie in Deutschland.

Also bleibt mir treu, ihr Knusperkekse!

Lila-Anji

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Am Sonntag, den 3. Februar 2013 war wieder einmal 節分 (Setsubun).

Vor einem Jahr hatte ich ja bereits schon einmal darüber geschrieben. Und dieses Jahr habe ich einmal das volle Programm bei meinen Schwiegereltern mitgemacht.

Am Abend haben wir also begonnen 恵方巻(Ehomaki) zu machen. Das sind Reisrollen, ähnlich der, die ihr sicherlich schon vom Sushimann um die Ecke kennt – Aber mit Zutaten gespickt, über die der Sushi Chef nur verbost den Kopf schütteln würde.
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Je nach Jahr ändert sich die „Glücksverheißende Himmelsrichtung“ (恵方 – ehou). Dieses Jahr ist es Südsüdost (南南東 -nannantou). Laut einem aus Osaka stammenden Brauch soll, wenn man die Ehomaki in die Glücksrichtung zeigend an einem Stück und ohne zu sprechen isst, die dort in sich hineingesagten Wünsche erfüllt werden.
Mein Schwiegerpapa hat gequatscht..
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Zum Abendessen gab es natürlich auch noch mehr zu essen.
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Um 19 Uhr sind mein Mann und ich dann schnell zum nahegelegenen Schrein gehuscht, um bei der Zeremonie dabei zu sein.
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Nachdem der Shinto Priester fertig war, wurden wir mit gerösteten Bohnen beworfen. Das nennt sich 豆まき (mamemaki) und ist eine der Traditionen. (Dazu später aber noch mehr.)
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Auch Mandarinen wurden noch an alle Besucher ausgegeben. Ich fühlte mich fast wie bei der Wohlfahrt.
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Als alle freien Gaben ausgeschöpft waren, versammelten sich die Besucher um einen großen Haufen weggeworfener Gegenstände. Viel mehr war es ein Berg aus Neujahrsdeko (Kieferzweige, Bambus etc.) der nun rituell verbrannt werden sollte. Auch ein Daruma saß auf dem Berg oben auf. Ich fragte mich, welches Ziel sein Besitzer erreicht hat..
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Der Priester verbeugte sich etwa 20 Mal und murmelte etwas unverständlich vor sich hin, seine Gehilfin vollzog ein weiteres Ritual der Reinigung (schätze ich mal, denn mein Mann hat wie so viele Japaner keine Ahnung was da vor sich geht).
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Nachdem alle Rituale vollzogen waren, wurde alles angezündet und die Musik fing an zu spielen. Hinter uns stand eine kleine Bühne auf der traditionelle Musik gespielt wurde – begleitet von Tanz mit Masken und Süßigkeiten für die Kinder.
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Also ich finde die Masken immer irgendwie gruselig. Das die Kinder dar nervlich aushalten ist enorm..

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Zuhause haben wir dann auch noch Mamemaki gemacht: Die Haustür aufgerissen, aus voller Kehle „Oni ha soto!“ (Dämonen hinaus!) gerufen und Bohnen nach draussen geworfen – Gefolgt von „Fuku ha uchi!“ (Glück herein!), um endlich mal ganz rebellenhaft Essen im Haus herumzuwerfen.

Damit hätten wir also alle Weichen für dieses Jahr gestellt. Jetzt muss das Glück nur noch kommen!

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Heute Morgen traute ich kaum meinen Augen kaum, als ich aus dem Fenster spähte.
Schnee!
Und zwar der erste diesen Winter!

Der Frühstückseinkauf war eine prima Gelegenheit, um sich die doch in Tokyo eher seltene weisse Kristallmaterie mal von der Nähe anzuschauen.
Wirklich traumhaft alles in einer anderen Farbe zu sehen.

Am Nachmittag wollte ich eigentlich nur ein Foto vom Balkon machen, entschied mich dann aber für noch einen Spaziergang, denn – wer weiss wann man nochmal die Gelegenheit hat, soviel Schnee zu sehen.. Draussen war ich erst einmal richtig von den Socken! So viel Schnee habe ich noch nie in Tokyo gesehen!!
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Sehr zum Leidwesen für die Autofahrer, da hier in der Regel keine Winterreifen nötig sind. Generell scheinen Tokyoter keine Ahnung zu haben, wie man sich durch Schnee bewegt und (ver)fallen sofort in Panik oder auf den Hintern.
In diesem Bild versuchten die Autos sich fortzubewegen, was sich als schwierig erwies. Halb festgefahren, wurde das Auto vier mal vor- und zurückgesetzt, bevor mit durchdrehenden Reifen langsam die Strasse entlang gerutscht wurde.
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Ich hätte mich am liebsten mit einer Tüte Popcorn an den Strassenrand gesetzt. (Wer braucht schon Fernsehen?!)
Generell bin ich jedes Mal wieder erstaunt, wie die Stadt im Chaos versinkt, wenn einmal nicht alles nach Plan verläuft. So ein hochtechnisiertes Land, aber wenn in Tokyo eine Schneeflocke auf die Windschutzscheibe eines Zuges fällt, dann muss sofort die ganze Linie gesperrt werden. Da werden Schneeketten an den Corolla angelegt und keine Pizzen können mehr ausgeliefert werden. Total verrückt!

Da ein Feiertag war, machte ich mich also mit den Fröschen im Gepäck zu einem nahegelegenen Schrein. Hier war es ruhig. Der Schnee ohne Spuren. Mein Schirm wurde immer schwerer unter der Last der Schneedecke. Ich schüttelte ihn herunter und lauschte dem rieseln der Himmelskristalle.
Ein unbeschreibliches Gefühl. Ich wollte die Welt anhalten.
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Mit jedem Schritt sanken meine Füsse tief in die knirschende Decke.
Am liebsten hätte ich mich einfach nur fallen gelassen.
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Ich befand mich in einer verträumten Welt. Keine Sorgen. Alles dunkle und jeder Schmutz mit frischem weiss bedeckt.
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Die Frösche kletterten aus meiner Tasche und wanderten Umher..
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Nach einiger Zeit spürte ich meine Hände nicht mehr und bereute, ohne Handschuhe losgelaufen zu sein. Auf der anderen Seite – wie soll man mit denen eine Kamera bedienen?

Der Rückweg führte mich in die Realität zurück. Auch ich muss morgen früh wieder zur Arbeit. Die Tage bis zum nächsten Wochenende, Monatsende zählen.

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Sogar die Elektroleitungen wurden nicht vom Schnee verschont.
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Manchmal möchte man sich einfach fallen lassen und die täglichen Lasten des modernen Lebens abschütteln und vergraben. Die Frösche haben es mir schon vorgemacht. Das nächste Mal schmeiss ich mich wirklich einfach in den Schnee! Ohne nachzudenken!

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Vorletztes Wochenende wollte ich noch einmal die letzten Herbstfarben erhaschen, daher haben wir wieder einen weiten weg mit dem Zug auf uns genommen, um nach 奥多摩 (Okutama) zu fahren.

Onkel Google und der Zugfahrplan sagt so ca. 2 Stunden für die Fahrt an – trotzdem dauerte dank ewiger Umsteigezeiten jeder Weg an die 3 Stunden.. Hier einmal die Route mit dem Zug (die kürzer Aussieht als sie ist).
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Nach einer idyllischen Fahrt in den Bummelbahnen, gepaart mit frostig in die länge gezogenen Umsteigezeiten kamen wir also am Okutama Bahnhof an.
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Ich hatte irgendwo im Internet ein hübsches Bild vom 奥多摩湖 (Okutamako) also dem Okutama See gefunden und wollte deswegen unbedingt dorthin. Mit dem Bus juckelten wir also weitere 20 Minuten durch die kurvigen Bergstrassen. Am Ziel angekommen erwarteten uns eine Menge Naturfreunde, die wohl die selbe Idee wie ich hatten..
Also los! Die Sonne kletterte schon auf den untersten Stufen der Tagesleiter herum, da wir uns mal wieder zeitlich verkalkuliert hatten. Nun aber schnell einmal an der Seepromenade umhergelaufen bevor es dunkel wird!!
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Vom Staudamm aus, konnte man tief in das Tal hinunter blicken.
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Die Berge schienen sich hier die Arme zu reichen.
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Nach kurzer Zeit fanden wir auch einen kleinen Weg den Berg hinauf, von wo man einen schöneren Blick auf den See hatte.
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Das Feuerlaub regnete von den Baumwipfeln.
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Selbst die Frösche hatten uns in die Natur begleitet. Auch ihnen gefiel die Aussicht sehr.
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Ein Blick auf die Uhr liess uns zurück zur Bushaltestelle hetzen. Ich schmiss meinem Mann panische Blicke zu, als wir uns in die endlos wirkende Schlange einreihten. Der Bus hier auf dem Land war sehr klein und die Abfahrt nur alle 20 oder 40 Minuten!
Als verwöhnter Bürger Tokyo’s, wo bei Abfahrt eines Zuges gleich schon der nächste in den Bahnhof gleitet, war die Vorstellung weitere 40 Minuten auf den Bus zu warten der blanke Horror! Nach eintreffen des Busses und das sanfte quetschen der älteren Wanderherrschaft in den Bus haben wir es gerade noch an Bord geschafft. Das Paar direkt hinter uns durfte sich nicht mehr in die Sardinenbüchse drängeln. Ich machte ein Schuldbewusstes Gesicht, als sich die Türen 1 cm vor meiner Nase schlossen.

Um noch ein wenig von der Natur mitzunehmen stiegen wir im Nirgendwo aus. Nein, um genau zu sein, standen wir auf einer Brücke im Nirgendwo.
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Die Sonne war zu meiner Enttäuschung schon hinter die Berge verschwunden.

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Wir liefen dann Stück für Stück weiter in Richtung Bahnhof..

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Vor dem Bahnhofsgebäude gab es ein Stück Kunst?! (Oder wie soll ich das nennen?)
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Der Zug fuhr gerade vor unserer Nase weg, deshalb schlenderten wir noch einmal zurück zu einer nahegelegenen Brücke für die letzten Fotos..
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Könnt ihr sehen wie kristallklar das Wasser dort ist?
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Bevor unser Zug dann wirklich fuhr, schlenderten wir noch kurz am Bahnhofslädchen vorbei. Hier konnte man frische Pilze und Wasabi kaufen.
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Jetzt ist es schon extrem winterlich in Japan. Das Warten auf den Frühling geht wieder los…

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Heute will ich nur ganz kurz meine neuesten Werke vorstellen.

Ich habe noch eine weitere Bestellung für eine Geisha bekommen – dieses Mal für das iPhone 5, eine Premiere also für mich. Das Case wurde in schwarz gewünscht.

Also hier ist es:
DSC08975Hupsi.. Bisschen weit weg..

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Da ihr das ja schon kennt, hier noch etwas neues.
Kriegsbemalung für UGG Boots.

…Oder ähnliche Stiefel wie die von UGG (weil nicht genug Papiergeld im Portemonnaie und ausserdem sieht man eh kaum einen Unterschied!)
Hier also meine neuen Herbst-/Winterschuhe im Laubfrosch Design:
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Na, dann kann die Kälte ja kommen!

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Da habe ich letztens nicht schlecht gestaunt, als auf einmal ein kleiner Lieferwagen vor mir anhielt und der Fahrer sogleich verschwand, um mit einem Fahhrad zurückzukommen.

Nachdem er die Heckklappe geöffnet hatte und anfing den Schlauch des Fahrradreifens von der Felge zu rupfen, ging mir endlich ein Licht auf.

Scheinbar gibt es in Japan einen Service, der Fahrradfahrern in dem Falle eines technischen Versagens des Drahtesels zur Hilfe eilt.
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Ist ja auch ganz klar: In Tokyo kann man nicht einfach mal sein Fahrrad in der Bahn oder im Bus mitnehmen, wenn man mal eine Panne oder keine Lust mehr auf strampeln hat. Da würden die Hamburger aber aufschreien!
Nach Hause laufen geht meist auch schlecht, denn Tokyo ist so weitläufig, dass man da im Extremfall einen ganzen Tag gehen müsste.
Stattdessen kann man also den netten älteren Herren hier rufen.
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Die Telefonnummer endet auf 119. Das ist die selbe Zahlenkombination wie für den Notruf.
Na dann, gute Fahrt!

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**Vorsicht! Dieser Post könnte leicht negative Gedankengänge hervorbringen!!**

Nachdem ihr diese Warnung gekonnt ignoriert habt, werdet ihr nun ein paar wütende Zeilen über die Schattenseiten des in-Japan-lebens lesen.

Die Frustration ist gestern so ein bisschen bei mir herausgeplatzt, als ich mich morgens ins Krankenhaus begeben habe. Nein, nichts lebensbedrohliches – ich habe nur seit 2 Monaten eine Erkältung. Weil ich dadurch extrem geschwächt war und mir die ständig laufende Nase langsam zur Last wurde, habe ich mich endlich mal zum Arzt geschleppt.

Natürlich habe ich auch einen kleineren Hausarzt bei mir in der Strasse, aber da habe ich mich letztes Mal schon aufregen müssen, weil der mich nicht ordentlich durchgecheckt hat. Da nimmt man sich extra frei und schleppt sich todkrank zum Arzt und da wird einem nur einmal halbherzig ins Gesicht geguckt und eine Diagnose um die Ohren gehauen. Das ganze kostet dann ordentlich – plus die 5 verschiedenen Sorten bunter Tabletten. In Japan wird nämlich an Medikamenten nicht gespart. Da bekommt man für eine kleine Erkältung auch gerne mal Antibiotika verschrieben..

Aber das ist eine andere Geschichte. Dieses mal wollte ich also ordentlich diagnostiziert werden und habe mich selbst beim Hals-Nasen-Ohrenarzt vorstellig gemacht. Am Empfang des Krankenhauses ging der Zettel-Ausfüll-Wahn wieder los. Man wird nämlich in Japan beim Krankenhaus registriert und bekommt eine Mitglieds-Plastikkarte. Nachdem ich meine Adresse in krakeligen Kanjis auf dem Formular hinterlassen hatte, durfte ich die Treppe hinauf zur HNO-Abteilung gehen.

Dort wurde mir am Schalter ein neues Formular ausgehändigt, in dem ich meine Beschwerden und Unverträglichkeiten etc. niederschreiben musste. (Teilweise wie ein Kind, denn ich schreibe immer nur Japanisch mit dem Handy oder PC und kann kaum noch welche mit der Hand schreiben.. Also musste das Grundschul-Hiragana für einige Worte herhalten..)

Eine weitere Unbequemlichkeit in Japan ist, dass man nie Termine machen kann beim Arzt bzw. im Krankenhaus. Es geht immer stur nach der Regel „First come first serve“ und so saß ich da zwischen den alten Leuten, auf den Vorhang im Untersuchungszimmer starrend.

もう少々お待ち下さい。

Nach über einer Stunde wurde ich schließlich aufgerufen. Nach einem kurzen Gespräch und dem versenken von (gefühlten) 1m langen Stäben in meiner Nase wurden meine schlimmsten Befürchtungen halbwegs bestätigt – ALLERGIE!

Ein Wort, welches ich niemals in meinem Leben in einem Satz mit meinem Namen zusammen hören wollte. Viele Zeichen deuten darauf hin, dass ich mich von nun an mein ganzes Leben mit Heuschnupfen, Hausstauballergie o.ä. herumquälen muss. Oben drauf kann es aber sein, dass ich auch noch erkältet bin..

Dass ich auf extreme Mengen Staub, wie z.B. beim Saubermachen allergisch mit Niesattacken und Wasserfall-Nase reagiere weiss ich schon. Aber bis jetzt hatte ich nie Probleme draussen und drinnen unter normalen Bedingungen.

Um aber wirklich sicherzugehen wurde ich dann zum Blutabnehmen geschickt. Also mit meinem Laufzettel wieder das Treppchen runter um 3 Kanülen Blut abzapfen zu lassen. Das gefällt mir immer sehr dabei zuzusehen. Die dicke Nadel habe ich nicht mal gespürt.

Weiter ging es zur Kasse, wo ich die heutigen Leistungen bezahlen und mein Rezept für Anti-Allergie-Pillen erhalten sollte. Natürlich bin ich voll versichert und zahle jeden Monat brav in meine Krankenkasse ein. Trotzdem bereitete ich mich gemäß Erfahrungswerten auf einen höheren Selbstanteil als in Deutschland vor. Als mir dann der Taschenrechner mit der gewünschten Summe vor die Nase gehalten wurde, wollte ich fast Ohnmächtig werden: 8.340 JPY!! Das entspricht rund 80€!

Ich muss natürlich zugeben, dass ich als Deutsche Person vielleicht zu sehr mit einem freundlichen und gut funktionierendem System verhätschelt wurde. Trotzdem war ich so wütend! Ich musste erstmal durch den Regen zur nächsten Bank laufen, da ich nicht so viel Geld mitgenommen hatte. 80€!! Was ich mir dafür alles schönes kaufen könnte! Und die gucken mir nur 2 Minuten in die Nase und zapfen ein bisschen Blut ab??

Ich war so sauer, ich wollte am liebsten aus der Krankenkasse austreten! Ich meine ich quäle mich jeden Tag mit meiner stressigen Arbeit ab, werde dafür auch noch schlecht bezahlt und muss ein Vermögen bezahlen, wenn ich einmal zum Arzt gehe?!

Dazu kam ja auch noch, dass ich nochmals zur Apotheke gehen, abermals einen Fragebogen ausfüllen und auf mein Medikament warten musste. Die paar Pillen haben dann nochmal 1.000 JPY gekostet (10€). So kommen wir in der Gesamtrechnung auf fast 100€ für das Krankenhaus.

Und weil das alles noch nicht genug ist. werden mir von der Firma die Stunden, die ich gefehlt habe, von dem Lohn abgezogen. Somit wäre ich dann bei 140€ Verlust für einmal zum Arzt gehen. Was für ein traumhaftes System!!

Keine Krankschreibung trotz kaum vorhandenem Jahresurlaub. Ursummen beim Arzt trotz Vollversicherung.

JAPAN! Das Land, in dem man sich davor fürchten muss, krank zu werden!

 

PS: Die Testergebnisse werde ich an einem Samstag Morgen abholen.

Und Morgen muss ich mein Visum bei der Ausländerbehörde abholen. Ich freue mich schon auf die weiteren Abzüge auf meinem Lohnzettel..

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